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| „Anpassungsstrategien des ländlichen Raums an den Klimawandel und Aufbau eines Netzwerks Klima-Management im Chiemgau“ |
2005-09-21 |
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AbL-Tagung am 21. Juni 2005 am Energieturm in Halsbach
Veranstalter: AbL-Bayern, gefördert durch Region-aktiv Chiemgau-Inn-Salzach
Bei der AbL-Regionaltagung haben etwa 50 Landwirte, Behördenvertreter, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter in 3 Arbeitsgruppen Ideen entwickelt und Vorschläge diskutiert.
Der Klimawandel scheint in vollem Gange zu sein. Die einen bemerken heißere Sommer und kürzere Winter, manche häufigere Hochwasser, die dritten sehen Gletscher schmelzen und Tornados über Deutschland wüten.
Die Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Wolfgang Seiler vom Klimaforschungsinstitut in Garmisch zeigen: „Der Klimawandel ist regional wie global sichtbar und wird auch unser voralpenländisches Klima verändern“. Menschen, Tiere und Pflanzen müssen sich auf veränderte Lebens- und Arbeitsbedingungen einstellen.
Während der letzten 120 Jahre hat sich das Klima global um 0,7 Grad Celsius erwärmt. Für die kommenden 100 Jahre befürchtet er eine weitere globale Erwärmung von 2 – 6 Grad Celsius. Zum Vergleich: Der Temperatur-Unterschied zwischen Warmzeit und Eiszeit beträgt im Mittel etwa vier Grad Celsius.
Die Zahlen für Süddeutschland liegen sogar über den globalen Werten. Das hat laut Dr. Seiler Folgen: eine jahreszeitliche Veränderung der Niederschlags-Summen - mehr Regen im Frühling (plus 20 bis 30 Prozent) und weniger Niederschlag im Sommer (minus 20 Prozent). Dazu kommt eine Häufung von Wetterextremen wie Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregen- und Hagelereignissen und Hochwasser.
Die Arbeitsgruppe Boden/Wasser/Landnutzung befasste sich mit Strategien für die Land- und Forstwirtschaft nach dem Motto: „Nicht reagieren sondern agieren“.
Wie können die Erosionsgefahr bei der erwarteten Zunahme von Starkregenereignissen und die drohenden Ernteverluste durch Trockenperioden gemindert werden ? Eine Antwort kann eine angepasste Humuswirtschaft sein - wenn die Humuswerte im Boden angehoben werden, steigen Wasser- und auch CO2-Speicherfähigkeit.
Für die Ausbildung wurden neue Schwerpunkte gefordert: Statt der reinen betriebswirtschaftlichen Orientierung müsse das Wissen um den Boden wieder viel stärker in den Blick genommen werden.
Die Arbeitsgruppe sprach sich für praktische bäuerliche Selbsthilfe aus: Eine klimaveränderungs-neutrale Bewirtschaftung durch breite Fruchtfolge, ganzjährige Bodenbedeckung sowie lange Feld- und Bewirtschaftungswege in Kombination mit einer bodenfreundlichen Bewirtschaftung zu Gunsten des Humusaufbaus. Ganz wichtig sei auch eine ausgewogene Vielfalt von flach- und tiefwurzelnden Pflanzen.
In der Forstwirtschaft ist die Zeit großer Monokulturen abgelaufen – Bestände mit vielfältigen Baumarten sind flexibler in der Anpassung. Naturverjüngung und standortgerechte Baumarten statt der noch sehr oft anzutreffenden Fichte.
Erste Schritte: Diese Themen werden künftig in die Fachwissenreihe von Region-aktiv aufgenommen, ein Erfahrungsaustausch über die AbL-Internet-Seite und lokale Arbeitskreise organisiert.
Die Ziele des Netzwerks in Kurzform:
Netzwerk Klima-Management Chiemgau will für die kommende Veränderung der Lebensbedingungen sensibilisieren, die Umsetzung von Vermeidungsmaßnahmen fördern und Anpassungsstrategien entwickeln
Die komplette Tagungsdokumentation kann bestellt werden bei: Energieagentur CIS, Hr. Kaltenhauser-Barth, Tel.08039/409654, Fax -53; mail: info@energieagentur-cis.de
Ansprechpartner AbL:
Ute Gasteiger, Vors. der AbL-Regionalgruppe im Chiemgau, Tel. 08039/1635, Fax 907422
Andreas Remmelberger, Geschäftsstelle AbL und Projektleiter Fachwissenreihe, Tel. 08679/6474
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